

DAUER HAT
WAS VERGEHT
...als obsessiv darf der Zyklus “Rosen”
bezeichnet werden, von dem hier nur ein Zitat zu sehen ist: In ihrer Gesamtheit
besteht die Arbeit aus über vierhundert schwarz-weißen Selbstporträts
und ebensovielen Rosenbildern, komplizierten Trennbildern in farbigen und
s/w Polaroidaufnahmen. Auch mit dem Bild der Rose als besondere Hervorbringung
der Natur, sozusagen als Krönung unter den Blumen, bewegen wir uns abermals
im Reiche der Gegensätze und Verwirrungen. Die Rose ist eine Rose......:
die rote das Symbol der Liebe, die weiße das der Entsagung und des Todes.
Gesicht, Rose und Photographie thematisieren in immer anderen Tonlagen das
Spiel von Dauer und Vergänglichkeit. Auf besondere Weise also ein memento
mori, Teilnahme an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit, Wandelbarkeit von beidem,
dem Menschen und der Natur, hier der Photographin selbst und dem polaren Symbol
der Rose. Weil Photographien eben diesen einen Moment herausgreifen und erstarren
lassen, ihn fixieren im doppelten Sinne des Wortes, bezeugt die Photographin
in diesem bislang aufwendigsten Projekt einmal mehr das unerbittliche Verfließen
der Zeit.
(aus “Von Bildern, die das Leben aufbewahren”
von Elisabeth Moortgat, Februar 2000)